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 Nachricht der Götter 2

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Livia

Fremde




Alter: 39
Anmeldungsdatum: 21.06.2009
Beiträge: 71

Rasse: Mensch

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BeitragVerfasst am: 05.11.2009, 16:48    (Kein Titel)
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"Hat das denn nie ein Ende ...?" - kreuz und quer durcheilten Gedanken und Bilder der Vergangenheit den Kopf der Priesterin, als sie mit sorgenvollem Blick langsam die Arme wieder sinken ließ, die noch immer die Rolle hielt.

Nein, es waren nicht die Worte Daphnes, der jüngsten Hohepriesterin seit allen Zeiten, auch war es nicht ihr tröstendes Händeauflegen, dass ihr Mut spenden sollte. Viel mehr war es Ausdruck der Enttäuschung darüber, sich in dem Glauben, nach dem großen Kriege endlich all jene schlimmen unheilvollen Zeiten hinter sich gelassen zu haben, getäuscht zu haben.

Ja, Daphne sprach von großer Entlastung, von keinem bösen unheilvollen Worte, das das Orakel ihr verkündet habe, doch Livia konnte oder wollte dies nicht recht glauben. Zu tief waren die Erfahrungen der Vergangenheit in ihr Gedächtnis gebrannt. Zu lange schon hatte sie die Dinge gesehen, die scheinbar ohne Grund und böse Absicht einfach so geschahen und zu oft hatte sie wohl in ihrem nicht immer leichten Leben erkennen müssen, dass die Wege der Götter oftmals für sterbliche wenig bis gar nicht glückverheißend und erkennbar waren. Doch wer weiß, vielleicht war ja dieses mal wirklich alles anders, vielleicht hatte dieses mal wirklich alles ein Ende.
Und so folgte sie der einladenden Aufforderung ihrer Herrin nachdenklich schweigend und setzte sich mit gehörigem Abstand, aber doch nicht zu weit für ein vertrautes Sprechen, neben Daphne auf eben jene steinerne Bank des munter plätschernden Brunnenquells. Die Rolle indes hielt sie fest umschlossen mit beiden Händen, so als wolle sie mit jedem Finger hindern, daß sie sich ihr offenbaren konnte.

Sie schwieg noch ein kleine Weile und betrachtet nur stumm das gelbe pergamentene Ding. Es sah so unschuldig, so harmlos aus, wie es sich noch geschmeidig um den kunstvoll geschnittenen Stab aus Eichenholz wohl wand. Livia mußte tief Luft holen, als wolle sie sich selbst Mut zusprechen damit, ihre Gedanken von dem Ding in ihren Händen zu lösen und der Königin an ihrer Seite wohl zuzuwenden. Und nach einer Weile hob sie den Blick und sah die Herrin forschenden Auges an, bevor sie anhub zu sprechen. Langsam und überlegt klagen ihre Worte, ganz so, als wolle sie sicher gehen jedes einzelne richtig verstanden wohl zu wissen.

"Herrin" - sprach sie gerad so leise dass Daphne wohl, sonst aber keiner sie noch hören würde können, auch und obwohl niemand zu sehen war - "wenn es mir erlaubt ist offen zu meiner Königin zu sprechen? Ihr seid noch jung an Jahren und die Verantwortung über das Glück vieler legten die Götter bei Zeiten in Deine Hände meine Königin und mit viel Geschick und Weisheit habt ihr stets gewußt diese Last zu tragen, Göttliche. Die Bürger vertrauen meiner Herrin ... ich vertraue Euch, Erhabene."

Livia sprach leise und fast klang es wie eine flehende Bitte an die Ohren der Herrscherin gerichtet, als sie ihr langsam die Rolle wieder reichte.

"Und doch hat meine Königin gut daran getan, zu mir zu kommen in dieser Angelegenheit und ich werde meiner Herrin gern den Rat geben, den sie wünscht. Auch wenn ich nicht weiß, ob ich es zur Zufriedenheit werde können. Doch bitte ich Euch zuvor von ganzem Herzen, meine Königin, was immer das Orakel gesprochen hat ... Ich bitte Euch, Herrin, geht vorsichtig mit diesen Worten um. Zu leicht lassen sie uns glauben, die Dinge geschähen so, wie wir es wünschten. Zu verlockend ist es, das zu hören, was man selbst sich wünscht."

Längst hatte sie den Blick von Daphne abgewandt unter den Worten und blickte nun wieder mit einem etwas in Erinnerungen entrückten Gesicht in das funkelnde Wasser. Ja, sie wußte wovon sie sprach; und die Bilder, die sie nur zu gern tief in der Vergangenheit hatte lassen wollen brachen schier unaufhaltsam wieder aus der Tiefe ihrer Seele hervor. Ganz so, als lägen nicht Jahrzehnte zwischen damals und heute, ganz so, als fänden die Dinge nie ihr Ende.
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Daphne

Hohepriesterin Mythions



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Alter: 59
Anmeldungsdatum: 31.10.2008
Beiträge: 215

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BeitragVerfasst am: 06.11.2009, 11:21    (Kein Titel)
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Aufmerksam lauschte Daphne den Worten Livias. Grosse Achtung hatte sie
vor der älteren Priesterin, die schon so viel erlebt hatte. Sie konnte die
Angst in ihren Augen gut verstehen, war das Orakel in der Vergangenheit
doch eher eine Botin des Unglücks gewesen. Nur zu gut erinnerte sie die
Hohepriesterin an die Geschichten, die sie von ihrer Vorgängerin hörte. Die
letzte Botschaft brachte gar den grossen Krieg. Vielleicht lag es ja an ihrer
Jugend, dass Daphne lieber voll Zuversicht in die Zukunft blickte, vielleicht
war auch nur der Wunsch nach einem langen Frieden Vater ihres
Optimismus. Sie legte beruhigend ihre Hand auf die Livias.

Habt keine Sorge. Diesmal kam Diantha nicht als Unheilbringerin. Dies
waren die Worte, mit denen sie mir die Rolle übergab.


Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf jeden einzelnen
Buchstaben. Keine Silbe wollte sie verdrehen oder gar wegglassen

"Fünf Saatkörner, gelegt in fruchtbare Erde, lange getränkt von Tränen
und Schweiß. Fünf Keime, genährt von Mühe und Hoffnung, schauen nun
gleißendes Licht. Wird stark ihr Spross, erblühen in Schönheit oder
kriechen gar gleich giftgem Efeu sie über den Grund? Allein dessen Geist
bestimmt ihr Schicksal, der Herr sich nennen kann über ihren Wuchs, der
versteht, wohin sie streben, der erkennt ihr tiefes Wesen."


Mit einem erleichterten Seufzer öffnete sie ihre Augen und blickte auf Livia.

Nun lest die Rolle und sagt, wie ihr dies alles deuten würdet.
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Livia

Fremde




Alter: 39
Anmeldungsdatum: 21.06.2009
Beiträge: 71

Rasse: Mensch

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BeitragVerfasst am: 06.11.2009, 20:32    (Kein Titel)
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"Das waren des Orakels Worte? Sonderbar..."

Skeptischen Blickes nahm Livia die Rolle wieder entgegen, die sie gerad noch am liebsten weit von sich in das heilige Feuer Zai Huos am besten geworfen hätte.
Mit etwas unruhigen Fingern löste sie das Band, dass die Rolle zusammen hielt und entrollte sie langsam und vorsichtig.

"Wenn es wirklich Euer Wunsch ist, Herrin, werde ich ..."

Überrascht hielt sie inne und blickte intensiver auf den sich ihr offenbarenden Text.

"das sind ja ..."

Immer schneller lass sie, und nach einer kurzen Weile, die Rolle war noch nicht beendet, ließ sie die Arme sinken und sah mit fragendem Blick überrascht auf.

"Herrin, das sind ja Lieder?! Lauter Gesänge ... "

Längst war sie aufgestanden vor Erregung und langsamen Schrittes auf und abgegangen, hatte manche Zeile halblaut vor sich her gesprochen, um dann wieder wie angewurzelt stehen zu bleiben und über das eben gelesene nachzudenken.
Und so las sie mit unübersehbarer Überraschung weiter und weiter, bis die Rolle ihr Ende fand und Livia die Arme mit der Schrift langsam sinken lassend, wieder der erwartungsvollen Blicke Daphnes gewahr wurde.

Verstohlen räusperte sie sich, hatte sie doch über der Schrift ganz und gar die Anwesenheit der Königin für einen Moment vergessen.

"Herrin verzeiht meine Abwesenheit, aber ... was hat das alles zu bedeuten? Ich verstehe nicht. Es sind wunderschöne Strophen und alle beschreiben Orte, von denen ich noch nie erfahren habe. Und doch sind uns die Namen alle wohl bekannt."
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Daphne

Hohepriesterin Mythions



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Alter: 59
Anmeldungsdatum: 31.10.2008
Beiträge: 215

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BeitragVerfasst am: 09.11.2009, 10:56    (Kein Titel)
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Daphne erhob sich, sah einen Moment auf das fröhlich plätschernde
Wasser im Brunnen. Sie suchte nach den rechten Worten. Dann sah sie
auf. Nur eine kleine Falte auf ihrer Stirn verriet ihre innere Anspannung.
Würde sie ihre Gedanken richtig ausdrücken können?

Viele Völker und Rassen leben in Adnatu. So wenig weiss ich von ihnen.
Wie leben sie, was brauchen sie, welche Eigenarten haben sie? Und die
verschiedenen Provinzen, jede einzigartig, doch ich kenne sie nicht.


Einen Moment hielt sie inne.

Wie soll ich all jenen gerecht werden? Nur ein Mal nahm mich meine
mütterliche Vorgängerin mit auf eine Reise. Nur einen kurzen Blick durfte
ich auf die Landschaften werfen.


Im Gedanken tauchte sie ihre Hand in den Brunnen, spielte unbewusst mit
dem erfrischenden Wasser.

Seit meinem Amtsantritt bitte ich die Götter mir zu helfen, auch die
Provinzen gerecht zu führen. Diese Rolle und die Worte des Orakels sind
die Antwort auf meine Gebete.


Mit einem tiefen Seufzer faltete sie ihre Hände vor ihrer Brust.

Die Lieder beschreiben die Provinzen. Die Herren, die über den Wuchs der
Saat wachen, sind Könige. Könige, die ihr Land lieben, es verstehen und
über sein Wohlergehen wachen.


Die Augen der Hohenpriesterin leuchteten.

Boten möchte ich durch den ganzen Kontinent schicken. Ein jeder kann
sich für dieses Amt bewerben. Einzig das wie ist mir noch nicht recht klar.


Mit fragenden Augen sah sie Livia an.

Wie kann ich einen guten Herrscher von einem schlechten unterscheiden?
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Livia

Fremde




Alter: 39
Anmeldungsdatum: 21.06.2009
Beiträge: 71

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BeitragVerfasst am: 09.11.2009, 14:08    (Kein Titel)
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"Ihr wollt was?" Livias Augen wurden groß und größer, als sie die Absichten der Hochpriesterin hörte.

"Ihr wollt die Macht teilen, Provinzialkönige einsetzen?! Aber Herrin, verzeiht wenn ich Euch in Euren Gedanken nicht ganz folgen kann, doch hieße das nicht, die Kontrolle über Adnatu aus den Händen zu geben und zukünftig von der Gunst und Loyalität fremder Herrscher abhängig zu sein? Haltet ihr das für klug?!"

Livia verstand die Welt nicht mehr und händeringend suchte sie in ihren wild durcheinander wirbelnden Gedanken, die in ihrem Kopfe aufgescheucht von den Worten Daphnes, wie ein Schwarm Vögel auf stoben, nach den richtigen Worten und Argumenten um der Herrscherin Mythions diesen absonderlichen Gedanken aus dem Sinn zu reden. Wie konnte sie nur auf solche Einfälle kommen? Noch nie in der Geschichte Mythions gab es einen Herrscher neben der Hochpriesterin der Tempelstadt und noch nie hatte auch nur irgend jemand diese alleinige Herrschaft angezweifelt. Zumindest konnte sie sich nicht daran erinnern.

"Das kann niemals Wille der Götter sein. Nein, meine Königin, verzeiht Eurer Dienerin, wenn sie Euch widerspricht, doch das kann das Orakel niemals gemeint haben. Und wenn Ihr Euch fragt, wie es um die Provinzien Adnatus bestellt ist, so läßt sich sicherlich ein besserer Weg finden, dies sicher zu stellen, als dieser."

So sprach Livia und der Ton in dem sie ihre Worte fasste, zeigte unmißverständlich, dass dies ihre feste und unerschütterliche Meinung war. Vielleicht war sie damit zu weit gegangen, doch anderseits sah sie es als ihre Aufgabe an, als die ältere und erfahrenere der jüngeren Königin mit ehrlichem Rat beiseite zu stehen und sie vor Fehlern oder leichtsinnigen Überlegungen zu schützen und Daphen hatte schließlich auch genau dies von ihr gefordert. Und Livia sah dieses Anliegen als Fehler an, als großen Fehler sogar, einen der ihrer Meinung nach genau das bewirken würde, wovor sie sich am meisten fürchtete, Zwietracht und Machtkämpfe unter den Sterblichen, also alles andere als dass, was sie in Njalas Namen zu verteidigen suchte.

Nein, nun war sie sich ganz sicher, Diantha hatte wie schon so oft in der Vergangenheit, nichts als Unheil zu verkünden und Livia beschloss, alles ihr menschenmögliche zu unternehmen um dieses Unheil von Mythion und dem Hochamte ihrer erhabenen Herrin fern zu halten.
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Daphne

Hohepriesterin Mythions



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Alter: 59
Anmeldungsdatum: 31.10.2008
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BeitragVerfasst am: 09.11.2009, 16:04    (Kein Titel)
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Überrascht sah Daphne Livia an. Mit einer solchen Reaktion hätte sie nicht
gerechnet. Was für sie als Segen sah, erschien für die Priesterin der Njala
ein Fluch zu sein.

Die Macht teilen? Ja, noch so gerne werde ich das tun. Alle halten sie für
ach so erstrebenswert, wie so vieles, was sie nicht besitzen. Aber glaubt
mir, eine grosse Bürde ist die Macht, die einen zu erdrücken droht.


Versonnen setzte sich die Hohepriesterin wieder auf die Bank und legte
ihre Hände in den Schoss.

Wir sind Priesterinnen und dazu geboren den Göttern zu dienen. Doch
allzu viel Weltliches hält uns immer mehr von dieser Aufgabe ab. Alle
Geschöpfe Adnatus haben ein Recht auf einen Herrscher, der sie kennt,
sie versteht und sich um ihre Belange kümmert. Der Kontinent ist zu
gross, als dies einzige Person bewerkstelligen könnte, die zudem viele
von ihnen gar nicht kennt.


Verträumt sah sie auf das Wasser im Brunnen

Ja, ich will Könige einsetzen, die sich um die weltlichen Belange ihrer
Provinz kümmern. Könige, die dem jeweiligen Volk entstammen. Könige,
die ihr Land lieben und ihm daher niemals schaden würden.

Entschlossen stand sie auf.

Doch einen Eid sollen sie ablegen. Frieden für Adnatu und seinen
Bewohnern soll ihr oberstes Ziel sein. Zwistigkeiten haben sie hier vor den
Göttern vorzubringen und der Rat der Ältesten wird darüber entscheiden.
Den letzten Entscheid aber werde ich mir vorbehalten.


Mit einem Lächeln begegnete sie Livias Blick.

Ich verstehe eure Einwände. Viele Geschöpfe trachten mit falschen Motiven
nach der Macht. Drum ist unsere Aufgabe, weise zu entscheiden, wem wir
sie geben werden. Dazu brauche ich Eure Hilfe.
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Livia

Fremde




Alter: 39
Anmeldungsdatum: 21.06.2009
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BeitragVerfasst am: 12.11.2009, 23:26    (Kein Titel)
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Schweigend und äußerlich unbewegt hörte Livia sich die Worte der Hochpriesterin an. Längst hatte sie begriffen, dass hier wohl mit wenigen gut gemeinten Worten wenig bis gar nichts auszurichten sein würde und so hatte sie sich längst schon vom Platz auf der Bank erhoben und war langsam auf die andere Seite des Brunnens geschritten in den Daphne so verträumt ihre Hand hielt, während sie sprach und hatte sich ebenso auf den Rand des Beckens gesetzt um der Königin Mythions bei ihren Worten in das Gesicht sehen zu können.
Sie konnte immer noch nicht so recht glauben was sie hörte und so hoffte sie in dem Gesicht der Herrin etwas erkennen zu können, was ihr helfen würde, Daphne von diesen seltsamen gefährlichen Gedanken abzubringen.Doch was sie in diesem sah, stimmte sie wenig glücklich. War es ihr doch, als sähe sie von der Entschlußkraft ihrer Rede mühsam überdeckte Müdigkeit im Antlitz der Herrin.

Als die Hohepreiseterin ihre Rede beendet hatte, blickte Livia ihr prüfend und nachdenklich zugleich noch einmal in die Augen. Sollte sie wirklich tun, was sie glaubte tun zu müssen. Durfte sie tun, was sie tun zu müssen meinte? sie zögerte mit einer Antwort und sah doch zugleich, dass die Herrscherin auf diese wartete.

Was sollte sie nur tun? Ihre Meinung hatte sie schon kund getan, und davon abweichen würde sie nicht, sie hielt es für falsch, hielt es für zumindestens übereilt und schlecht bedacht. Doch durfte sie sich dem Willen der höchsten Priesterin widersetzen?
Langsam erhob sie sich von ihrem Platz am Brunnenquell und ihr Blick streifte nicht nur zufällig das Gesicht der badenden Njala. "Oh Herrin, warum hast Du sie zu mir geschickt mit diesen Dingen? Was soll ich tun, was darf ich tun? Was muß ich tun? Kann ich mich widersetzen? Bitte, Jugendhafte rate mir" - so sprach sie aller Gepflogenheit zum trotze leise zu der Göttlichen in der Hoffnung irgend eine Antwort zu erhalten und wußte doch, dass sie keine würde bekommen. Denn die Götter pflegten nur denen zu helfen, die sich selbst halfen. Sie mußte also selbst die Entscheidung treffen und niemand würde ihr dies abnehmen können, nicht einmal Njala selbst.

"Eine Bürde ist es, ja ..."
- wiederholte Livia scheinbar wie in Gedanken den zentralen Teil der Rede Daphnes und meinte doch wohl eher ihre eigene Aufgabe sich hier jetzt für oder gegen ihre eigene Herrin entscheiden zu müssen und ließ die Worte in eine längere Pause fließen bevor sie weiter sprach um ihnen noch einmal das Gewicht zu verleihen, dass sie hier scheinbar haben sollten.

"... doch allein tragen will ich sie nicht." - fuhr sie fort und damit war klar, sie hatte ihre Entscheidung getroffen und hoffte, Daphne würde sie einigermaßen ruhig aufnehmen können. Denn schon sehr sehr lange war nicht mehr von diesem Mittel Gebrauch gemacht worden, um die Entscheidung einer Hochpriesterin Mythions anzuzweifeln. Genau genommen, berichteten nur vereinzelte Schriften, die manche Philosophen sogar als pure Legenden betrachten nur davon. Doch Daphne würde sie kennen, da war Livia sich sicher und sie zwang sie ja förmlich mit ihrem Ansinnen dazu, diesen Weg zu gehen. Welche Schuld könnte sie ihr also vorwerfen auch wenn der gewählte Weg seltsam und ungewöhnlich zugleich wäre.

"Herrin, wenn dies Eure letzten Worte sind, so zwingt ihr mich Euch zum Schutz Eurer selbst, zum Schutz des heiligen Amtes das ihr tragt und in der Verantwortung für all jene, die Euch vorangegangen sind und all jene, die Euch noch folgen werden, die Macht über diese Entscheidung zunehmen und wie es schon vor Zeiten bei den Vätern unserer Vorväter Sitte war, an jene zu übergeben, deren Wort schwerer wöge, als das Eure allein. Ich verlange diese Sache vor die Hekliaia zu tragen, möge das göttliche Los entscheiden."

Nun war es raus und Livia senkte wie zur Entschuldigung den Kopf.
Nun hatte es ihre Lippen verlassen, sie stellte sich offen gegen die höchste Priesterin Mythions, gegen die Herrscherin der gesamten Welt, gegen alles, das ihr heilig sein sollte und auch war.

Sie wagte es, Daphne offen anzuklagen, denn nichts anderes bedeutete dieser Schritt, sie zerrte die höchste Frau der Erde vor ein Gericht, dessen einzige Legitimation aus fernen Berichten bestand und von denen niemand wirklich wußte, ob sie wirklich wahr waren. Verlangte nach einem Gericht aus wahllosen Richtern, einem Gericht, dem jeder angehören konnte der sich berufen fühlte, dessen Urteil nicht durch gewöhnlichen Schiedsspruch gefällt wurde, sondern durch das Los eines Wettkampfes.
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Daphne

Hohepriesterin Mythions



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Alter: 59
Anmeldungsdatum: 31.10.2008
Beiträge: 215

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BeitragVerfasst am: 14.11.2009, 09:57    (Kein Titel)
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Eben noch träumte sie von einer Welt, die in ihren Augen allen
Geschöpfen der Götter eine friedliche Zukunft bieten sollte, als sie die
Worte Livias wie ein Faustschlag trafen. Sie erhob empört ihr Haupt, doch fehlten
ihr die Worte und Daphne liess sich wieder kraftlos auf die Bank fallen. Die
Enttäuschung war ihr ins Gesicht geschrieben. Eine Ewigkeit schien es zu
dauern, als sie sich schliesslich traurig erhob. Sie löste den Gürtel ihres
Gewandes und hob die Hand zur Schnalle an der Schulter.

Nun, so tut, was ihr tun müsst. Beratet euch mit den anderen Priestern.
Das Geschick Adnatus liegt nun in euren Händen. Mögen die Götter in ihrer
Güte euch leiten und zu einem gerechten Urteil verhelfen. Doch wie es auch
aussehen wird, nichts wird mehr sein, wie es einmal war.

Kurz zögerte sie.

Doch vielleicht ist dies auch der Wunsch der Götter. Vielleicht bin ich nicht
die, zu der ihr mich gemacht habt. Dieses hohen Amtes nicht würdig.


Das Gewand der Hohenpriesterin fiel zu Boden und Daphne stand in einem
einfachen Hemd da. Sorgsam hob sie das äusserliche Zeichen ihrer
ehemaligen Macht auf, faltete es und legte es auf die Bank. Würde sie es
jemals wieder tragen? Doch diese Frage war nicht wichtig. Einzig und alleine
das Wohl Adnatus zählte.

Bis ein Urteil gefällt ist, werde ich als einfache Priesterin in den Tempeln
dienen. Versprecht mir nur, gut auf die Rolle zu achten. Sie darf nicht in die
falschen Hände fallen.


Sie verneigte sich vor Livia, wie es sich für eine einfache Priesterin vor einer
höher gestellten geziemte. Langsam wendete sich und ging dem Ausgang
des Tempels entgegen. Die Gärten, die ihr sonst ein Hort des Friedens und
Entspannung waren, kamen ihr jetzt so fremd vor.
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Livia

Fremde




Alter: 39
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BeitragVerfasst am: 16.11.2009, 18:20    (Kein Titel)
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Wie vom Donner gerührt stand Livia an dem Brunnen. Die Worte Daphnes ließen sie förmlich erstarren und fühlten sdich wie Ohrfeigen an, die die Hochpriesterin ihr für ihre Anmaßung verteilte. Sprachloser Schrecken machte sich zusehends innerlicher in ihr breit und Wut, ohnmächtige Wut darüber, dass sie sie nicht verstehen wollte. Doch es fehlten ihr einfach die Worte noch etwas zu erwiedern, zu erschütternd war das Handeln, dass sie sah. Wollte Daphne sie erpressen, wollte sie so verhindern, was sie forderte?

Wie konnte sie es wagen?!

Doch nein, der Ausdruck ihres Gesichtes verriet eher Enttäuschung, als etwas anderes. Also hatte sie noch immer nicht verstehen können, was Livia ihr sagen wollte, hatte den Grund ihres Handelns noch immer nicht verstanden und dabei hatte Livia sich die allergrößte Mühe gegeben, es so diplomatisch zu gestalten, wie es ihr nur möglich war. Doch letztlich hatte Daphne selbst sie doch gezwungen, zu diesem Schritt. Warum also nun diese Unverständnis und innere Empörung für Livias Tun.

Wenn es wirklich der Königin Glaube war, dass all dies auf Geheiß der Götter sich zutrug, warum glaubte sie dann nicht daran, dass es am Ende auch gut für alle ausgehen würde?

Sie hatte noch das "Herrin" auf den Lippen, mit denen sie Daphne zurückhalten wollte, als die Königin sich schon zum Gehen wandte. Doch irgendwie kam es ihr nicht über Lippen. Warum konnte sie selbst nicht einmal genau sagen, doch schwieg ihr Mund und nur der entgeistert schauende Blick, der zum Ausdruck brachte, dass sie die Situation in ihrer ganzen Tragweite wohl noch lange nicht überblicken würde, erreichte wohl noch die dem Gartenausgang zustrebende. Doch konnte er sie wohl kaum aufzuhalten, da er wohl nicht bemerkt werden würde.

Als Daphne von dannen war, blickte Livia ihr noch lange wie zu Stein erstarrt nach, auch als sie schon längst außer Sicht war, rüherte sich ihr Blick nicht von dem Punkte weg, an dem sie sie noch eben gesehen hatte. Erst nach eine kleinen Ewigkeit, schien sie langsam zu begreifen, was hier eben geschehen war; und als sich der Gedanke vollendens in ihr Bewußtsein gedrängt hatte, dass eben die Oberste Priesterin und Herrin Mythions ihr Amt niedergelegt hatte, auf ihr, Livias, Betreiben hin, da wurde ihr schaudernd bewußt, dass etwas sehr schreckliches wohl geschehen war, etwas, dass sie so niemals gewollt hatte und das nun doch alle Welt mit ihr in Verbindung bringen würde. Denn das man es geheim halten könne, wie es geschehen war, war gänzlich unvorstellbar hier an diesem Ort.

Nein, welch schrtecklicher Gedanke, "Sie waren plötzlich alle allein, hatten das kostbarste verloren, trieben führungslos durch die Zeit ..."; so vollendete sich der Gedanke und raubte ihr das letzte Bisschen Selbstbeherrschung und Livia, die sonst stets so gefasste Priesterin, brach schluchzend wie ein kleines Mädchen in sich zusammen.
Was hatte sie da nur angerichtet? Warum, straften die Götter sie so, mit diesen Dingen? Noch nie hatte eine Hochpriesterin das Amt niedergelegt und nun ausgerechnet auch noch, weil ... Livia konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und als sie auch noch auf das am Boden liegende Gewandt sah, brach sie nur noch in lautes Weinen aus.
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Livia

Fremde




Alter: 39
Anmeldungsdatum: 21.06.2009
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BeitragVerfasst am: 24.12.2009, 00:18    (Kein Titel)
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Sie wußte nicht wieviel Zeit vergangen war, seit sie in Tränen ausgebrochen war.
Doch der Himmel hatte sich schon von seinem strahlend hellen Azurblau verabschiedet und ein eher dunkles ins leichte violett verschobene Gesicht angenommen, es konnte also nicht mehr allzu lang dauern und der Abend würde anbrechen.

Sie hatte lange geweint und sich dem Chaos in ihrem Kopfe hingegeben, bis sie fast von Sinnen gewesen wäre. Doch als die Schülerinnen sie so fanden und ihrer Bestürzung Ausdruck gebend ihr hilfreich zur Seite stehen wollten. Da hatte sie sie nur angeschrien und fort gescheucht. Livia wollte niemanden sehen und auch keines Wesens Hilfe.
Es war gewiss wohl verstörend gewesen für die Mädchen doch sie gehorchten und entfernten sich verschüchtert und mindestens ebenso verstört, wie Livia selbst es war.

Und dann hatte sie einfach keine Tränen mehr. Und hatte auch keine Kraft mehr in den Fäusten die in regelmäßiger Gleichmäßigkeit den schneeweißen und unnahbar kalten Marmor der Bank schlugen. Und je mehr ihre Wut und Verzweiflung mit der Kraft ihres Körpers wichen um so mehr bohrte sich die Gewissheit in ihren Kopf, dass nun alles allein in ihren Händen lag. Was hatte sie nur getan?!
Worauf hatte sie sich eingelassen? und langsam wie einem unendlichen Traum gefangen hob sie den Kopf aus der Beuge ihres Armes und Blickte nur noch vereinzelt leise Schluchzend auf das sorgsam gefaltete Gewandt und die auf ihr noch immer liegende Schriftrolle.

Nein! - erklang eine trotzige Stimme in ihrem Kopf.

Nein und nochmals nein! Dieses mal nicht, Diantha! Dies' mal nicht, so war ich hier stehe.

Und je lauter der Gedanke in ihr wurde desto fester wurde er und mit einem male sprang die Priesterin auf von der Bank und schrie mit Leibeskräten und wütender Stimme in die Stille des Tempelbezirkes hinein.

"Hörst Du, Diantha?! Diesmal wirst Du den Frieden Adnatus nicht zerstören, Diantha, und wenn es das Letzte ist, das mir zu tun bleibt."

So rief sie und mit einem entschlossenen Gesicht und hoch erhobenem Haupte ergriff sie Robe und Rolle und ging. Sie wußte was zu tun wäre, aber zuerst mußte sie einen sicheren Ort für diese Dinge finden und Nuaré.

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